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99'000.-- Schweizer Franken für einen Texel-Lammbock

Innerhalb von drei Monaten bin ich mit zwei kleinen Gruppen inklusive Übersetzerin zweimal nach England gereist, um in die Kunst der englischen Schafzucht einzutauchen. Der Besuch der Ausstellung SHEEP 2012 in Great Malvern und die Auktion in Lanark wurden ebenso wie das interessante Rahmenprogramm (Farmbesuche, Einladung zum Texel Verbandsabend) von der Texel Sheep Society für uns organisiert.
Wir besuchten insgesamt neun Farmen und erhielten Einblick in ihre unterschiedlichen Betriebe. Die Farmer scheuten dabei keine Mühe und Aufwand, uns ihre tollen Zuchtmethoden zu präsentieren und ebenso die daraus resultierenden, eindrücklichen Zuchtresultate.

An der SHEEP 2012 wurde uns ein Scan-Gerät vorgeführt, mit welchem der Fett- und Muskelfleischanteil am lebenden Schaf gemessen wird. Die Bilder und Daten liefern die Grundlage zur gezielten Auslese der Auen und Zuchtböcke. Anhand der Ergebnisse werden die Widder ausgewählt, die explizit für die gewünschte Richtung der  Schafzucht passen und so in den verschiedenen Herden ihr volles Potenzial weiter vererben werden. Ein Schlachtlammproduzent, dessen Lämmer einen zu geringen oder zu hohen Fettanteil haben, kann durch diese gezielte Selektion seine Produktion optimieren. Dieses einfache Vorgehen wird sehr verbreitet angewendet und hat einen enormen Zuchtfortschritt zur Folge.

Einmal im Jahr organisiert der Texel Verband die Texel Auktion in Lanark (Südschottland).
Diese zweitägige Veranstaltung war  ein absoluter Höhepunkt meiner verschiedenen Englandreisen. Sämtliche Texelzüchter von England, Schottland sowie Irland und Wales waren mit ihren Spitzentieren oder einfach persönlich vertreten. Die Anzahl der Lammböcke ist prozentual zur Betriebsgrösse, maximal dürfen 8 Tiere aufgeführt werden. Auf diese Weise haben auch kleine Züchter Gelegenheit, sich zu etablieren.
Am ersten Tag wurden die Tiere aufgeführt und die Interessierten hatten Gelegenheit, die Tiere persönlich zu beurteilen. Alle wichtigen Daten (Abstammung, Indexpunktzahl, Fett- und Muskelfleischanteil) sind im Auktionsbuch aufgeführt und dieses wurde fleissig gelesen und studiert. und die Favoriten bereits gekennzeichnet. 411 Texel Lammböcke wurden am zweiten Tag an der Auktion verkauft. Der durchschnittliche Preis lag bei Fr. 3'380.--. Viele Widder kommen zu kommerziellen Schafzüchtern, die das Potential der Böcke für ihre Herden voll umsetzen können. Somit ist der Preis zweitrangig, denn was zählt sind Ergebnisse und der Preis von Zuchtschafen sowie kommerziellen Schlachtlämmern.

Warum bezahlt jemand Fr. 99'000.-- für einen Lammbock?
Fünf Personen haben diesen Widder gekauft, sie werden Unmengen von Samen in der ganzen Welt verkaufen können sowie Embryos als Vater Vererber umsetzen. Bestimmt haben sie den Kauf nicht aus Unerfahrenheit getätigt sondern werden die Schafzucht noch weiter voranbringen und die Welt mit bester Genetik bedienen können. Engländern müssen wir sicher nicht die Schafzucht erklären!
Auch das Fachsimpeln mit den anwesenden ausländischen Besuchern war etwas Besonderes. Wieso kauft eine Gruppe Franzosen Texel aus England ein? Wieso deckt sich ein brasilianischer Schafzüchter zum wiederholten Mal in grossem Stil mit englischen Texelsamen und Embryonen ein?
Bestimmt hat kein Schweizer das Recht zu behaupten, das sei Schwachsinn oder es sei ein „Lölibuebe Schwachsinn“, wie dies Ambros Zurfluh, Vorstandsmitglied vom Schafzuchtverband, öffentlich verkündete. Ein Blick über die Grenze in ein Land mit grosser Schafzuchttradition würde gut tun!

Gegebenheiten, die in der Schweiz nirgends in der Schafzucht zu erleben sind, weil es zuwenig Pioniere gibt, die endlich die Schweizer Schafzucht auf Vordermann bringen.
Unser über vierzig jähriges einzigartiges Schweizer Punktiersystem hat in einer wirtschaftlichen Schafzucht nichts mehr verloren. Es kommt mir vor wie ein Skispringer, der nur aufgrund seines schönen Springens beurteilt wird. Wie weit er springt, was in ihm steckt, wie er sich entwickelt, was er leistet, geht bei diesem Schönheitspunktiersystem verloren. Wie soll sich jemand weiter entwickeln können, wenn er nicht weiss, ob das neu erworbene Tier für ihn Vor- oder Nachteile für die Zuchtentwicklung vererben wird?
Englische Schafe werden nicht mit Punkten beglückt, ob ein Tier schöne Beine hat ist nicht so wichtig. Es werden Methoden angewendet, die für die ganze Welt zugänglich und erklärbar sind. Auf dem Bildschirm wird ersichtlich, wie viel Intramuskuläres Fett vorhanden ist, wie gross der Knochenanteil an einer Keule ist, welche Muskelfläche die Keule hat, welche Höhe das Muskelfleisch nach 100 Tagen aufweist, was für eine Fetthöhe nach 100 Tagen vorhanden ist. Es wird ermittelt wie viel Fett ein Bock an seine Nachkommen voraussichtlich vererbt und wie gross die Wurmresistenz gegenüber seinen Artgenossen ist.
Untersuche, die nicht auf menschlicher Bewertung basieren sondern auf wissenschaftlicher Basis beruhen.

In der Schweiz hat es nicht alle Jahre weniger Schafe, aber es gibt immer weniger Herdebuchtiere. Es braucht eine Schafzucht die junge Leute motivieren kann und in die es sich lohnt, etwas zu investieren das zu einem sichtbar besseren Ergebnis führt.
Eine Schafzucht, die auf professionelle Verbände zählen kann und Zuchtprogramme, die entwickelt wurden, damit die Schafzucht sich weiter entwickeln kann und somit Züchter eine Zukunft haben um am Markt zu bestehen. Das braucht die Schweizer Schafzucht heute! Das „Züchterauge“ ist ein gutes Mittel zur Zuchtauslese, moderne Hilfsmittel sind aber heute unabdingbar, um im hart umkämpften Fleischmarkt erfolgreich zu bestehen.
Texel Schaf Ausstellung 03.November Huttwil.

Vorführung Ultraschalluntersuche

Weibliche Jährlinge
Auktion Lanark


Ein Video über die Texel-Ausstellung in Lanark 2012 gibt es auch auf Youtube zu finden, und hier ganz einfach als direkter Link:

Youtube Video Ausstellung Lanark 2012

 

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