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Zukunft Texel Schafzucht Schweiz

Wenn sich die Texelzucht in der Schweiz verbessern und weiter entwickeln soll, müssen andere Wege gegangen werden, als sie der Schweizerische Schafzuchtverband seit Jahren praktiziert.

2012 haben für mich zu viele Texel an Ausstellungen teilgenommen, die in einer wirtschaftlichen Schafzucht nichts zu suchen haben. Importierte oder in der Schweiz gezüchtete Tiere, die in der Position „Typ“ eine zwei bekommen haben, gehören ins Schlachthaus und müssen nicht noch vom Steuerzahler aufgepäppelt werden.
Wie ist so etwas möglich?

Wenn man eine Schafrasse weiter entwickeln will, kann man verschiedene Tiere importieren, doch weiss man noch nicht, ob es für den jeweiligen Betrieb auch passt. Jeder Betrieb hat seine spezifischen Eigenschaften und Gegebenheiten die zum betreffenden Tier passen müssen. Man braucht also unter Umständen mehrere Jahre um herauszufinden, ob eine bestimmte Rasse sich für diesen Betrieb eignet.
Ist es die falsche Wahl, passiert genau das, was schon mit anderen importierten Rassen in der Schweiz geschehen ist: Es gibt innerhalb der Rasse keine grossen Fortschritte.

Der Schweizerische Schafzuchtverband hat es in all den Jahren nicht geschafft, ein Zuchtprogramm zu entwickeln, das solche „Fehlbesetzungen“ verhindern würde. Das gängige Schönheitspunktiersystem wird nie eine einzelne Rasse von den anderen abheben, es ist auch nicht im Sinne des Verbandes. Es gibt keine korrekte Ausmerzung von guten und schlechten Tieren denn jedes Schaf wird nach genügend Kraftfutter Einsatz mehr Schönheitspunkte bekommen als es eigentlich verdient.
Doch solche Systeme sind veraltet und bringen keiner Rasse einen Fortschritt. Es fördert Tiere, die es nie verdient hätten, diese Punktzahl zu erhalten da sie genetisch nicht im Stande sind, ihren Nachkommen bessere Gene zu vererben. Die Rassenentwicklung macht keine Fortschritte sondern bleibt stehen oder verschlechtert sich sogar.

In Huttwil wollte ich dem Schweizerischen Schafzuchtverband zeigen, was in Ländern mit einer wirtschaftlichen Schafzucht anders gemacht wird. Es kamen Engländer und führen ihr Zuchtprogramm vor und demonstrierten ihre Ultraschalluntersuchungen.
Doch für die Schweizer Ausstellungszüchter sind andere Kriterien wichtig für ihre Schafhaltung. Ob sie für ihre Lämmer Fr. 10.-- oder Fr. 50.-- mehr oder weniger bekommen, interessiert sie wenig. Ihr Ziel ist es, an Ausstellungen „Glöggli zu ergattern“. Die Meisten halten 10-20 Schafe als Hobby und sind an einer wirtschaftlichen Schafzucht gar nicht interessiert. Es hat nicht zu wenig Zuchtschafe in der Schweiz sondern zu viele. Durch das Schönheitspunktiersystem ist nicht ersichtlich, welche Tiere sich für eine rentable Schafzucht eignen würden.
Doch der Schafzuchtverband möchte möglichst viele Zuchtschafe, dadurch gibt es mehr Steuerbeiträge. Der Bund hat nun zum ersten Mal ein Zeichen gesetzt und es werden keine Tierbeiträge mehr ausbezahlt.
Der Schafzuchtverband legt seine Arbeit für die Zuchtentwicklung auf 10%, der Rest ist Öffentlichkeitsarbeit, was sicher auch wichtig ist. Schön wäre aber, wenn die Zuchtentwicklung mehr gefördert würde.
Der Kommentar vom Schafzuchtverband auf die Vorführung in Huttwil war ernüchternd und für mich nicht nachvollziehbar:

 „Die Vorführung des Scan Geräts in Huttwil war eindrücklich, hat uns aber auch aufgezeigt, wie schwierig eine korrekte Messung ist (Handhabung, Stapellänge des Vlies, Ruhigstellung des Schafes, Führen des Messkopfs etc.).
Reine Ultraschallmessungen genügen für die Einführung der Zuchtwertschätzung Schlacht- und Mastleistung nicht, wir brauchen dazu Daten der lebenden Tiere, verglichen mit den Resultaten aus dem Schlachtbetrieb.
Auf die Anschaffung eines eigenen Scan Geräts wird somit im Moment verzichtet. Wir werden, bei Bedarf, auf die vorgestellten Geräte zurückkommen.“

Etwas Neues war noch nie einfach zum Bedienen, es braucht eine Ausbildung und Leute, die bereit sind, Neues zu akzeptieren und auszuprobieren. Die Frage stellt sich: Will man sich mehr Aufwand auferlegen, oder lassen wir alles so wie es vor 40 Jahren war. In England werden in einem Jahr von der Firma Signet Breeding Services 50'000 Schafe gescannt. Also kann es mit etwas Uebung nicht schwierig sein, diese Messungen vorzunehmen. Die Möglichkeit, Schafe mit geeignetem Zuchtpotential zu finden und dadurch die Rasse weiterzubringen, rechtfertigt eindeutig den verhältnismässig geringen Aufwand.
Die Politiker werden bestimmen, wie es mit der Schafzucht weitergeht und nicht der Schafzuchtverband. Ab 2014 werden die Zuchtbeiträge angepasst, Verbände die sich nicht für die Zuchtentwicklung einsetzen, werden mit Recht nicht mehr viel  Geld vom Steuerzahler erhalten. Ab 2015 werden Beiträge für Exterieurbeurteilungen an kantonalen Viehschauen gestrichen. Schon bei der Wollzentrale wurden die Gelder gestrichen.

Mein Ziel ist es, ein System aufzubauen in welchem man auf dem Abstammungsschein andere Ergebnisse sieht als Punkte. Merkmale, die im Ausland mit geringem Aufwand erforscht wurden und wichtig sind, sollen ersichtlich sein. Ein Tropfen Blut reicht und man hat Ergebnisse über Maedi-Visna, I-scan, WormStar, MyoMax, dazu kommen noch Ultraschalluntersuchungen auf Muskelfleisch und Fettauflage: Unschätzbare Werkzeuge für jede genetische Verbesserung. Mit solchen Tieren kann man mit bestimmten Genen weiterzüchten, was ein grosser Fortschritt ist in der Tiergesundheit. Die Gensequenzierung ist heute in der Lage, einzelne Tiere zu spezifischen Zwecken zu bestimmen. Es kann auch festgestellt werden, welche Tiere gegen gewisse Krankheiten resistenter sind als ihre Artgenossen. Somit lässt sich die Gesundheit einer Herde sowie ihre Produktivität verbessern. Wenn Tiere gezüchtet werden, die resistent sind gegen gewisse Krankheiten, wird auch der Einsatz von Medikamenten überflüssig.
Für mich sind solche Erkenntnisse und Ergebnisse Zucht.
Das Scanning für Trächtigkeit ist ein weiteres wertvolles Mittel: Bereits mit 26 Tagen kann festgestellt werden, ob eine Aue trächtig ist, mit 80 Tagen kann erkannt werden, ob eine Ein- oder Mehrlingsgeburt zu erwarten ist. Dies ermöglicht mir entsprechendes Weidemanagement sowie gezielte Fütterung.

Mit so erfassten Tieren kann ich mit bestimmten Genen weiterzüchten und meine Zucht sukzessiv verbessern.

Ich beabsichtige, dem englischen Texel Zuchtverband beizutreten. Die Zuchtwerte meiner Herdebuchtiere werden online im BASCO System für jedermann ersichtlich sein. Für mich wird dieser Beitritt zu einer grossen Herausforderung, ich möchte ja mit meinen Nachkommen nicht im letzten Drittel der englischen Texelschafe liegen und möchte mich auch von Jahr zu Jahr steigern. Zuchtsysteme werden auf mich zukommen mit denen man echte Selektion betreiben muss und kann, da man sonst als Züchter kein verlässlicher Partner für Lammproduzenten ist. Ziel muss es sein, beste Genetik anzubieten, Tiere zu züchten, die den Wünschen, Ansprüchen und Bedürfnissen der verschiedenen Züchter gerecht werden.

Es gibt im Ausland genug Leute, die sich Tag für Tag für solche Zuchtfortschritte einsetzen und die bereit sind, auch uns in der Schweiz unterstützen.

Hätten wir in der Schweiz solch verlässliche Massnahmen für den Zuchtfortschritt, würde wohl niemand über das Streichen von Steuergeldern sprechen.

Weibliches Jährling Lamm mit Järhlingsbock



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E-Mail: heinz.pluess@texelschafe.ch


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